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UFC Geheimtipp: Warum dich Training am Limit nicht besser macht im Kampfsport (und auch sonst nicht)

Tanja Mäder im UFC Performance Center in Las Vegas
Aus Tanja's privaten Bildern - Wiedermal im UFC Performance Center in Las Vegas

Im März 2026 war ich wieder in Las Vegas. Und durfte drei Trainings im UFC Performance Center mitmachen. Juhu! 


Mit dabei wie immer meine Bestie, UFC Kämpferin Miesha Tate, und UFC Personal Trainerin Becky.   


Ich hatte schon letztes Jahr die Ehre, diese für mich absolut beeindruckende, spannende und inspirierende Umgebung zu betreten. Ein Bericht findest du hier. 

Jetzt finde ich mich erneut mitten in einer Umgebung, in der die absolute Weltklasse performt. 


Und ganz ehrlich?  Ich habe etwas endlich verstanden, was viele Kampfsportler und Kampfsportlerinnen hier komplett falsch verstehen. 



Der grösste Irrtum im Kampfsport 


Viele glauben:  Wenn du besser werden willst, musst du immer ans Limit gehen.  Immer 100%.  Immer Vollgas. 


Ich verstehe das.  Ich habe selbst so trainiert. Denn alle um mich herum haben es auch getan. Und das macht auch Sinn. Sofern du auf einen Kampf hin trainierst. Ich habe aber immer am Limit trainiert. 


Und das war mein Fehler. 


Ich war zwar lean, hatte mein Sixpack, habe mich stark gefühlt. Aber gleichzeitig war ich: 


  • schneller gereizt  

  • öfter hungrig  

  • anfälliger für Krämpfe  

  • ständig leicht am Anschlag  


Dazu kamen zahlreiche Verletzungen, die vielleicht vermeidbar gewesen wären. Denn jedes Mal, wenn ich zu Hause blieb weil mein Körper müde war und ich dachte, es droht Übertraining, hatte ich ein schlechtes Gewissen. Und gab mir zu wenig Zeit für Recovery. 

Und genau das ist der Punkt:  Nur weil es sich hart anfühlt, heisst es nicht, dass es dich besser macht. 



Was ich im UFC Performance Center wieder neu gelernt habe 


1. Training muss nicht immer hart sein 


Die besten Athletinnen und Athleten trainieren nicht ständig am Limit.  Im Gegenteil. Es gibt Phasen ausserhalb der Fight prep, die eher ruhig sind. Harmloser als wenn ich selbst ein Training für mich absolviere. 

(Und ich meine das nicht als Flex, sondern als Learning) 


Warum?  



Weil Fortschritt nicht nur im GoGoGo-Modus stattfindet, sondern vor Allem in der Regeneration. 



Wenn du immer nur Vollgas gibst, landest du im Übertraining. 

Leider sehe ich zu viele, die genau diesen Fehler machen. 

Besonders im Kampfsport. 


 

2. Profis trainieren smart, nicht einfach viel 


Was mich immer wieder überrascht:  Es geht nicht um stundenlanges Draufhauen. 

Es geht um klare Ziele, kontrollierte Einheiten und vor Allem um Fokus.  

Denn Qualität schlägt Quantität. 



Du brauchst kein längeres Training.  

Du brauchst ein besseres. 

  


3. Kämpfer und Kämpferinnen lassen sich helfen 


Selbst auf diesem Level wird ständig korrigiert. Hier gibt es keinen Platz für's Ego, wenn du besser werden willst. Denn jeder macht Fehler.  Es wird gefragt, es wird angepasst. 

UFC Trainerin Becky hat Miesha und mich ganz genau beobachtet und gezielt verbessert, wenn wir eine Bewegung nicht ganz sauber gemacht haben. 



Fehler machen ist kein Zeichen von Schwäche.  

Nicht daraus zu lernen schon. 



4. Technik schlägt Kraft 


Im Training wird nicht einfach „durchgezogen“. Schon gar nicht mit so grossen Gewichten, dass man sie kaum stemmen kann. Klar, schwere Gewichte sind gut. Aber wenn deine Technik den Bach ab geht, sind sie zu schwer. 


Es geht um saubere Bewegungen, korrektes Timing, um Präzision. Gerade im Kampfsport ist das entscheidend. Sei geduldig und smart mit deinem Fokus.   



Du musst nicht ultrastark sein. 

Du musst effizienter sein. 



5. Einstellung schlägt Können 


Was mich am meisten beeindruckt hat und immer wieder neu beeindruckt, wenn ich mich mit den UFC Athlet*innen austauschen darf, ist die Haltung. Die meisten von ihnen sind freundlich, offen und nehmen die Dinge, wie sie kommen. Das reflektiert sich im Training im UFC Performance Center.  


Becky wollte keine Meisterleistungen sehen, sondern die Bereitschaft, das Training durchzuziehen und sich selbst zu fordern.  


Die Bereitschaft, immer wieder an den Basics zu arbeiten, ohne Ego, macht einen guten Athleten aus. Denn das Training ist nicht immer spannend. Manchmal ist es repetitiv, fast schon langweilig.  


Auch das gehört dazu. 



Dein Können zu schärfen ist wichtig. 

Aber deine Einstellung zum Training ist entscheidend. 



6. Training darf Spass machen 


Trotz Elitelevel war im UFC Performance Center eine Leichtigkeit vorhanden. 

Oder vielleicht genau deshalb. 

 

Es wurde gewitzelt, man begegnete sich auch mal und quatschte eine Weile, oder nahm auch mal Social Media Videos auf. 


Kein permanenter Druck.  Kein „Ich muss leiden, sonst bringt es nichts“. 

Trotzdem wurde das Training durchgezogen und ernst genommen. 

 

Du kannst eine gewisse Leichtigkeit ins Training bringen. 

Und dennoch eine Elite Performance halten. 

 

 

Was du daraus mitnehmen kannst 


Wenn du das Gefühl hast: 


  • du gibst alles  

  • bist ständig müde  

  • du kommst trotzdem nicht wirklich weiter  


Dann liegt das Problem vielleicht nicht daran, dass du zu wenig machst.  Sondern daran, wie du trainierst. 


Ich kann jedenfalls sagen, nach mehreren Trainings im UFC Performance Center in Las Vegas: 


Trainiere nicht härter. 

Trainiere klüger. 


Deine Tanja ❤       

Cert. Female Performance Coach       

Cert. Personal Trainer       

Mental Coach    


PS: Du findest ein Reel von meinem Training mit Miesha auf meinem Instakanal.

  

  

Diesen Blog gibt es in ausführlicher Version als Podcast "Mir Kampfsportlerinne".  

Hier und überall, wo du deine Podcasts normalerweise hörst.  

 

 
 
 

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