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Inside UFC - Kampfsport Training in Zürich vs. Las Vegas


Stationary Bikes vor dem UFC Logo
Bild von Tanja Mäder

Ich fühle mich wahrhaftig geehrt. Anders kann ich es nicht beschreiben. Die heiligen Hallen zum UFC Performance Center in Las Vegas zu beschreiten, das hat schon was.

 

Denn man spaziert nicht einfach mal so ins UFC Performance Center rein. Das Gelände befindet sich hinter einem Eisengitter, das sich nur mit einem speziellen Badge öffnen lässt. Aber, wie so oft im Leben, hat man manchmal einfach Glück und die passenden Freunde. In meinem Fall ist das UFC Kämpferin Miesha Tate. Ich darf zweimal ihr "plus one" sein und erlebe das Trainingscenter der besten MMA Kämpfer*innen der Welt von Nahem.

 

Besser noch, ich trainiere mit deren Personal Trainern und einer Top Athletin mit.

 

The pressure is on.

Mal sehen, wie ich mich so mache…

 


Kampfsport Training in Zürich

 

Ich bin es gewohnt, ständig an mein Limit zu gehen in den hiesigen Kampfsportschulen. Uns Kampfsportler*innen wird beigebracht, immer alles zu geben, durch den Schmerz zu gehen und den Mind zu trainieren. Auch wenn der Muskel brennt.

 

Und auch wenn ich diese Art von Training schätze und weiss, wie wichtig sie für unseren Sport ist, gibt es hier auch eine Kehrseite.

 

Mehr als einmal nämlich habe ich mich gefragt, ob das gesund sein kann, 3-4 Mal die Woche einem solchen Training PLUS Sparring ausgesetzt zu sein. Um ehrlich zu sein, als Personal Trainerin kenne ich die Antwort. Eine Kontrolle meines HRV (Heart Rate Variability) hat mir auch bestätigt dass es manchmal besser ist, es auch mal langsamer anzugehen.

 

Ebenso lag ich mehr als einmal wach im Bett nach einer intensiven Sparringrunde, weil mein sympathisches Nervensystem zu angeregt war.

 

Nichts gegen "GOGOGO", aber die ganze Zeit all in über die Jahre lässt dich einen hohen Preis zahlen. Denn wenn du zu oft zu hart trainierst, kann dein Körper unter Umständen nicht richtig regenerieren. Übertraining und Verletzungen können die Folge sein.

 

So jedenfalls, habe ich einige Kampfsportschulen erlebt und auch bei anderen beobachtet (Kampfkunst hingegen eher weniger in dieser Art).


 

Training im UFC Performance Center, Las Vegas

 

Zu aller erst ist mir aufgefallen, was mir in Amerikanischen Gyms immer auffällt: Sie sind unseren Fitnesscentern häufig einfach voraus. Ich will nicht generalisieren, das ist nur meine Erfahrung und Beobachtung, aber ich sehe in den Staaten häufig Gyms mit mehr Möglichkeiten zu einem funktionellen Training.

 

Das ist zum Beispiel ein Kunstrasenteppich mit Gewichtsschlitten. Geräte, an denen Bands und Schlingentrainer befestigt werden können. Kisten zum hochspringen und natürlich ganz viele Tools wie Boxsäcke, Medizinbälle, Kettlebells in allen Formen und Grössen.

 

So auch im UFC Performance Center. Wir wärmen uns auf einer roten Kunstrasenbahn auf. Streching, Seitlicher Bear Crawl, Plank. Es folgen Übungen mit einem Gymnastikball im Rücken. Wir müssen den Ball am Rücken der Wand entlang runter- und hochrollen, also quasi einen Squat machen und dabei immer den Ball zwischen Rücken und Wand einklemmen. Ich lache, als ich eines meiner eigenen Lieblingstools sehe: zwei Blaze Pods leuchten entweder grün oder rot. Bei grün dürfen wir uns bewegen, bei rot müssen wir in der Haltung verharren.

 

Ich erspare dir die Details der verschiedenen Übungen und werde hier nur einige nennen. Als ich mich jedenfalls durch das Gym bewege sehe ich die vielen emotionsgeladenen Bilder an der Wand und die motivierenden Sprüche davor. Ich werde daran erinnert: Hier trainieren einige der besten Kampfsportler*innen der Welt. Das ist schon motivierend.



Bilder von UFC Champions
Bild von Tanja Mäder

 

Auch motorisch werden wir getestet. An einem Bildschirm müssen wir gelbe Punkte berühren. Möglichst schnell und möglichst präzise. Beides wird gemessen. Wir machen mehrere Runden und meistens leidet das eine oder das andere. Je schneller du sein willst, desto ungenauer wirst du und je genauer du sein willst… You get the picture.

 

Auch mussten wir auf dem Stationary Bike 10 Intervalle machen, konnten aber die Intensität selber wählen. Bedingung: Immer nur durch die Nase atmen. Gar nicht so leicht. Besonders nicht, in der trockenen Luft der Wüste Nevadas. Meine an die Schweizer Luft gewohnte Nase hat danach einen langen Niessanfall gehabt.

 

Was mich aber besonders, ich würde fast sagen, beeindruckte, war folgendes: Das Training war zwar anstrengend. Aber nicht übermässig anstrengend. Es war gut auszuhalten und ein guter Mix zwischen funktionalen Übungen mit dem Körpergewicht und klassischem Krafttraining.

 

Aber man konnte gut mithalten und war am Ende nicht so kaputt, wie ich es von den Kampfsportschulen in meiner Umgebung kenne. Und wir sprechen hier vom Training für eine Profi Athletin. Klar ist sie Off Season, es ist gerade kein Kampf für sie angesagt. In der Kampfvorbereitung geht es schon härter zu und her. Aber ich habe einmal mehr mitgenommen:

 

Weniger ist manchmal mehr. Hart zu trainieren und an seine Grenzen zu gehen ist wichtig, sollte aber nicht bei jedem Training im Mittelpunkt stehen. Nur weil du nach dem Training nicht aus dem Gym kriechst, war dein Workout nicht qualitativ schlechter. Im Gegenteil.



Miesha Tate vor ihrem Bild und Trainingsgeräte
Bild von Tanja Mäder

 


Was war sonst noch zu sehen im UFC Center?

 

Eine Tour durch das Center zeigte Kältekammern, Kältepools, Saunas, ein eigenes kleines Physiotherapiecenter, eine Shakebar mit Snacks und Zusatzernährung (alles gratis für die Athlet*innen), einen Game / Mental Coaching Raum, einen Videoraum, um Fights zu analysieren (ich glaube auch für Presseevents), und natürlich mehrere Trainingsoctagons.

 

Wir betraten die Büros, in denen es leider keine höhenverstellbaren Tische gab (Tststs) aber wo auch die Fights geschnitten werden (ja, ich war hin und weg) und assen in der Cafeteria, welche gleich neben dem In house UFC Shop liegt.

 

Da stand auch gross angeschrieben, dass aktiver Fighters kein Glacé und keine Süssigkeiten kriegen. Aber keine Angst, wir sind immer noch in Amerika: Im Beef Jerky zum Mitnehmen hatte es schon genug Zucker drin.



Diverse Bilder vom UFC Gym
Bild von Tanja Mäder

 


Meine Takeaways

 

Train smart, not hard. Definitiv etwas, was sich für mich nochmal bestätigt hat. Wenn Fight time ist, ist Fight time. Dann gib alles. Aber du brauchst auch ruhigere Phasen.

 

Atmung ist wertvoll. Dazu will ich mir in Zukunft auch noch mehr Wissen aneignen.

 

Training ist mehr als "Training". Für einen Sport solltest du auch Koordination und Schnelligkeit in deinem Gehirn trainieren. Deine motorische Steuerung, sozusagen. Auch mentales Training soll Platz haben und Raum bekommen, genauso wie Erholung. Kälte und Hitze können hilfreich sein, deinen Körper und deinen Mind fit zu machen.

 

Bleib im Bewegung, besonders wenn du einen Bürojob hast und checke immer die Lebensmittelabels auf zugesetzten Zucker. ;)

 

Wenn du mehr sehen möchtest, schau mal in mein Insta rein. Da sind ein paar Ausschnitte drin über das UFC Gym und was ich sonst noch so erlebt habe.


Tanja out.


Tanja hat sich ausgeloggt
Bild von Tanja Mäder

 

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