Mentale Stärke für Frauen: Werdet auch mal aggressiv
- Tanja Mäder
- 11. Mai
- 3 Min. Lesezeit

Hast du auch schon mal eine Situation erlebt, in der du äusserlich ganz ruhig geblieben bist, aber innerlich hast du gekocht?
Wie oft hast du „den Frieden gewahrt“, bloss um keine Szene zu machen? Ich kenne solche Situationen. Und ja, es gibt Settings, wo es Sinn macht, sich zu regulieren.
Aber wer seine Emotionen immer herunterschluckt, kann schnell in die falsche Rolle verfallen.
Wer hat entschieden, dass mentale Stärke bedeutet, immer ruhig zu bleiben?
Lass uns darüber reden.
Was bedeutet mentale Stärke wirklich?
Frauen dürfen nicht aggressiv sein.
Aggressivität wird nicht gerne gesehen. Besonders nicht bei Frauen. Ich bin hier bewusst provokant. Denn klar, Aggressivität ist nichts, was bewundernswert ist.
Lass uns aber über Wut sprechen. Kommt es dir auch so vor, dass eine wütende Frau nicht gerne gesehen wird? Wo es bei Männern teilweise als Stärke angesehen wird, laut zu werden, wird dasselbe Verhalten bei uns gerne mal als „hysterisch“ bezeichnet. Und wie immer, es gibt hier klar Ausnahmen, das muss gesagt werden.
Ich würde aber mal behaupten, das Hauptproblem liegt auch darin, wie wir unbewusst dazu erzogen werden, unserer Wut nicht freien Lauf zu lassen. Und dass uns das in den Hintern beisst.
Emotionale Authentizität als Form von Stärke
Vielleicht kennst du die Problematik, ein „People Pleaser“ zu sein. Ich zitiere Google:
„Ein People Pleaser ist eine Person, die zwanghaft versucht, es anderen recht zu machen, um gemocht, akzeptiert oder um Konflikte zu vermeiden. Sie stellen die Bedürfnisse anderer über ihre eigenen, sagen oft ‚Ja‘, obwohl sie ‚Nein‘ meinen, und vernachlässigen eigene Grenzen, was zu Stress und Burnout führen kann.“
Erkennst du dich darin wieder?
Wenn du wütend bist, aber nicht „Nein“ sagen kannst. Wenn dich etwas zurückhält, jemandem zu sagen, was du wirklich denkst. Klar, bei deinem Chef vielleicht im Moment die richtige Wahl. Aber bei deinen Freunden, deinem Partner, deiner Partnerin oder auch bei Fremden, die dir auf den Schlips treten – wieso bist du da nicht ehrlich?
Wer ehrlich im Moment seine Emotionen benennen kann und ja, auch mal lauter und bestimmter wird, wird in einem sozialen Setting häufig auch ernst genommen. Man muss ja nicht gleich losschreien, aber klar zu sagen, wenn einem etwas verärgert oder verstimmt, das hat mehrere Vorteile:
Du nimmst deine eigenen Emotionen ernst.
Andere sehen dich und wissen, wie es dir geht.
Du setzt damit klare Grenzen.
Du verhinderst, dass andere in Zukunft Dinge tun, die dir vielleicht missfallen.
Mal ganz abgesehen davon, dass ein bestimmtes Auftreten und ein bewusstes Setzen von Grenzen in der Gewaltprävention als ein sehr effektives Mittel angesehen wird. Du wirst statistisch gesehen eher nicht als Opfer „auserwählt“, wenn du Klartext redest.
Mentale Stärke neu definiert: Emotionen als Ressource
Wut oder Ärger können dich krank machen. Sie können dir aber auch Power geben.
Wenn du diese Emotionen herunterschluckst, ist das nichts Gutes für deine emotionale Gesundheit. Um sie zu verarbeiten, musst du sie mitteilen können.
Wut und Ärger sind auch die Basis dafür, sich für dich selbst stark zu machen, indem du klar kommunizierst, was du tolerierst und was nicht. Das kann dich einerseits vor toxischen Menschen in deinem Umfeld schützen und andererseits kann es dir einen Boost geben, dich für die Dinge stark zu machen, die dir wichtig sind.
Mentale Stärke im Ring – was wir vom Kampfsport lernen können
Kampfsportlerinnen kontrollieren ihre Emotionen und nutzen diese für sich. Sie haben die Gabe, ihre eigenen Urinstinkte zu akzeptieren und Kampfgeist zu entwickeln und zu nutzen (manche auch unter Einsatz von kontrollierter Wut), und dennoch nicht unnötig aggressiv oder destruktiv zu werden. Impulskontrolle und die Kontrolle der eigenen Emotionen ist hier sehr wichtig.
Das Spannende daran ist, dass wir Kampfsportlerinnen lernen, unsere Emotionen zu akzeptieren und gezielt einzusetzen.
Genau darum geht es. Wut kommt. Dagegen kannst du nichts tun. Aber wie du sie einsetzt, kann sehr entscheidend sein, und sie einfach zu schlucken ist der falsche Weg. Genauso wie es der falsche Weg ist, sie unkontrolliert rauszulassen.
Selbstführung, nicht Selbstunterdrückung
Das ist für mich mentale Stärke. Emotionen anzunehmen und zu nutzen. Zu kommunizieren, da wo es Platz findet, und ehrlich mit sich selbst und der eigenen Umgebung zu sein.
Denn im Endeffekt geht es um dich: Wie können dir deine eigenen Emotionen dienen? Insbesondere solche wie Wut, Angst, Trauer etc.?
Gerne lasse ich mich von deinen Gedanken dazu inspirieren.Schreib mir auf Insta!
Deine Tanja ❤
Cert. Female Performance Coach
Cert. Personal Trainer
Mental Coach
Diesen Blog gibt es in ausführlicher Version als Podcast "Mir Kampfsportlerinne".
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