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Training trotz Verletzung: Warum du nicht wieder bei Null anfängst

12. Okt.
3 Min. Lesezeit
Zwei Frauen im Ring, eine wird ins Gesicht geschlagen
Foto von Jonathan Tomas auf Unsplash

Eine Kundin von mir hat sich in der Freizeit verletzt. Dabei hatte sie gerade mit dem Training angefangen und einen sehr guten Lauf. Die ersten Erfolge zeigten sich bereits. 


"Jetzt bin ich immer müde, mein Bauch fühlt sich wieder weich an, ich habe keine Energie.", ich muss sie kurz herunterholen. Also sage ich ihr, sie soll erst mal gut durchatmen. Denn in Zeiten wie diesen fängt der Kopf an, in alle Richtungen loszuziehen und du machst dich wahnsinnig. 


Kennst du auch?  

Hör mir zu: 

 


Trainingspause wegen Verletzung: Was passiert mit deinen Fortschritten? 


Dein Kopf sagt dir jetzt vielleicht, alles war umsonst. Und dass du möglichst schnell wieder einsteigen musst, sonst geht es nur noch bergab. 


Ich bin hier um dir zu sagen: Nein, nein und NEIN. 


Natürlich ist es normal, während einer Trainingspause an Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit zu verlieren. Wie stark diese Veränderungen ausfallen, hängt unter anderem von der Dauer der Pause, deinem Trainingszustand und der Art der Verletzung ab.  


Merke dir folgendes:  


Du verlierst nicht einfach alles, was du dir über Monate oder Jahre erarbeitet hast. 


Muskeln können nach Krafttraining Veränderungen behalten, die ihnen beim erneuten Muskelaufbau helfen könnten.  


Dein Körper hat also bereits gelernt, sich an Belastungen anzupassen.


Bewegungsabläufe, technische Erfahrungen und motorische Fähigkeiten verschwinden nicht einfach über Nacht, nur weil du eine Weile nicht trainieren kannst. Auch körperliche Anpassungen können beim Wiedereinstieg schneller zurückkommen, als du vielleicht erwartest. 


 

Frauen im Kampfsport: Du musst niemandem etwas beweisen 


Gerade im Kampfsport ist es leicht, sich selbst unter Druck zu setzen. Du möchtest deine Technik verbessern, deine Kondition aufbauen, stärker werden und mit deinen Trainingspartnerinnen mithalten.  


Wenn dich eine Verletzung ausbremst, kann schnell das Gefühl entstehen, dass du alles wieder aufholen musst. 


Glaube mir, das habe ich selbst oft genug erlebt. 


Doch dein Training ist kein Wettlauf, und du musst niemandem beweisen, dass du trotz Schmerzen durchbeissen kannst. Es ist nämlich unglaublich wichtig, eine Verletzung ernst zu nehmen und deinem Körper die nötige Zeit zur Erholung zu geben. Denn wenn du es nicht tust läufst du Gefahr, deinen Bewegungsapparat langfristig mehr zu schädigen als wenn du dir eine Auszeit gönnst. 


Und das kostet dich am Ende mehr, als wenn du kurz aussetzt. 

 

Der Wiedereinstieg ins Training: Weniger Druck, mehr Geduld 


Dasselbe gilt, wenn du nach einer Verletzung wieder mit dem Training beginnst. Du wirst vielleicht feststellen, dass nicht alles sofort so funktioniert wie vorher: 


Deine Kondition ist schlechter, Gewichte fühlen sich schwerer an oder deine Bewegungen sind noch nicht so flüssig. Das nervt, nochmal, ich kenne das gut. Aber gib dir Zeit. Vertraue darauf, dass du wieder dort sein wirst, wo du warst. 


Steige schrittweise wieder ein und passe die Belastung an deinen aktuellen Zustand an. Je nach Verletzung kann es sinnvoll sein, mit einer Fachperson oder Physiotherapeutin zusammenzuarbeiten, bevor du bestimmte Übungen oder intensive Belastungen wieder aufnimmst.  


Du musst nicht dort weitermachen, wo du aufgehört hast. Du darfst dort anfangen, wo du gerade stehst. 


 

Du verlierst nicht, wenn du pausierst. Du verlierst, wenn du aufgibst. 


Vielleicht dauert deine Pause länger als geplant. Vielleicht musst du dein Training anpassen, vorübergehend auf Sparring verzichten oder eine andere Form der Bewegung finden. Vielleicht kannst du deinen Oberkörper trainieren oder deine Beine. 

(Hol dir zuerst ein OK von Arzt!) 


Oder du setzt den Fokus und dein Ziel jetzt ganz klar auf Wiederaufbau.  

Ich musste mein Ziel mal ändern von "Ich werde meinen Kampf gewinnen" hin zu "Mein Knie wird wieder high Kicks aushalten können". Es dauerte mehr als ein Jahr, aber es hat geklappt. 


Und schon wieder liest du das und denkst: "F****. Ich werde nie wieder ins Training finden, mein ganzer Fortschritt ist hinüber! 


Aber: 

Du fängst nicht wieder bei Null an. Du fängst mit all dem an, was du dir schon antrainiert hast.


Dein Körper ist schlau. Er vergisst nicht so schnell.  


Also, tu was du kannst, und verzweifle nicht. 

Das wird wieder. 


Deine Tanja ❤         

Cert. Female Performance Coach         

Cert. Personal Trainer         

Mental Coach    

 

 
 
 

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