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Tipps für mehr Fortschritte (und weniger Frust) im Kampfsport


Picture by Jörg Schmitz / Insta: @joerg.schmitz.photography


Du trainierst. Nimmst vielleicht sogar Privatstunden. Du verbringst so viel Zeit im Gym, dass du zwischen Arbeit und Training schon fast vergessen hast, wie's bei dir zu Hause aussieht.

Dann kommt die nächste Sparring Session.

Du bist fit.

Du hast an deinen Punches gearbeitet.

Du bist ready.

Du…

…kriegst eins in die Fresse.

Willkommen im Kampfsport.

Wieso ist das Frustpotential in diesem Sport so hoch?

Ich weiss ja nicht, wie's dir geht. Aber ich war Basketballspielerin. Langstreckenläuferin und Snowboarderin. Und ja, jeder Sport hat ein gewisses Frustpotential.

Aber ich finde es in kaum einem anderen Sport so hoch wie im Kampfsport. Ich meine, ich liebe diesen Sport, versteh mich nicht falsch. Aber es gibt Zeiten, da hat man das Gefühl, nicht weiterzukommen und ist frustriert. Kennst du das?

Woran liegt das?

Ich glaube, es liegt vor Allem an einem:

Der Schmerz. Denn wenn ich mir die Frage stelle, welcher andere Sport mich manchmal frustriert hat fällt mir nur Snowboarden ein, und zwar die Versuche in der Pipe oder beim Kicker Sprünge zu üben.

Weil wenn du diese verkackt hast, tat das ganz schön weh.

Und es ist schwer, wieder aufs Pferd zu steigen, wenn es dich abgeworfen hat (und ja, auch diese Erfahrung blieb mir nicht erspart).

Aber genau das solltest du tun.

Ein Sport ist massiv schwerer, wenn es dich physisch Schmerzen kostet. Das gilt für alle Sportarten.

Dann kommt für dich vielleicht noch ein weiterer Faktor hinzu: Das Messen mit stärkeren Gegnern.

Wir Frauen messen uns häufig mit Männern. Besonders in einer Männerdomäne wie Kampfsport.

Denn häufig lassen sich die Frauen an einer Hand abzählen.

Und die, die Sparring machen sind noch seltener.

Die meisten Jungs machen das grossartig und unterstützen uns.

Aber es kann sehr frustrierend sein, gegen hauptsächlich schwerere und anatomisch stärkere Gegner zu kämpfen. Besonders wenn du hart trainierst. Vielleicht noch härter, als sie.

Und das geht auch den Jungs manchmal so. Denn wenn du als Mann z.B. 60kg auf die Waage bringst und gegen einen 80kg Mann Sparring machen musst, ist das ebenfalls nicht leicht.

Dieser Beitrag ist übrigens uns allen gewidmet.


Wieso ich glaube, dass es sich trotzdem lohnt

Wenn du das hier liest bist du entweder bereits Kampfsportler*in. Oder du spielst vielleicht mit dem Gedanken, es zu werden.

Falls du bereits mit der Welt des Kampfsports vertraut bist weisst du so gut wie ich, dass der Lohn für die Mühe unglaublich hoch ist. Und glaube mir, je mehr Erfahrungen ich sammle, desto geiler wird das, was ich dafür zurück kriege.

Wenn du lernst, physisch zu kämpfen, musst du deine Messlatte stetig nach oben verschieben. Du musst permanent mehr leisten als du glaubst, leisten zu können und du lernst, dass du mehr kannst als du denkst.

Das ist nur einer der Faktoren, wieso Kampfsport so bereichernd ist. Du wirst nicht nur physisch stärker, sondern wirst es auch mental. Du lernst, Herausforderungen anzunehmen und traust dir mit der Zeit immer mehr zu.

Fortschritt erreichen - so geht's

Um nicht den Fokus zu verlieren in einem herausfordernden Sport wie diesem kann ich dir nur meine eigenen Erfahrungen weitergeben. Ich hoffe, diese Tipps helfen dir:

  1. Hör auf, dich mit anderen zu vergleichen.

Der schwierigste Punkt kommt gleich zu Beginn: Höre auf, dich ständig mit anderen zu vergleichen. Es kann einen auch anspornen, dann go for it. Aber wenn du merkst, dass du häufig denkst: "Die ist viel besser" oder "Der hat viel bessere Schläge" dann bring deinen Fokus wieder zurück zu dir. Vergleiche dich mit dem "du" von vor einem Jahr. Das kann sehr hilfreich sein. Siehe auch Punkt 4.

  1. Sei im Moment

Wenn du einen Fehler machst, eine kassierst etc., mach einfach weiter. Nimm den Fehler war, aber vergiss ihn gleich wieder. Bleibe im Moment. Du kannst deine weitere Performance noch immer beeinflussen, nicht aber begangene Fehler. Lerne daraus. Fehler passieren. Fehler müssen passieren. Move on.

  1. Finde Freude in der Bewegung

Es muss nicht alles perfekt sein. Und so kitschig das auch klingen mag: Tu es für die Freude am Sport. Nicht, um der Welt etwas zu beweisen oder um jemand anderen glücklich zu machen. Finde in jeder Bewegung Freude. Freude an deinem Körper, deiner Fitness, deiner Kraft. Ja, auch in Burpees oder beim Clinchen.

  1. Schau dir deine Fortschritte an

Die meisten von uns hassen es, uns auf Video zu sehen. Aber ich kann dir nicht sagen wie wertvoll es sein kann, Videos deiner Performance von vor zwei Jahren und heute anzusehen. Ausserdem sieht man die eigenen Fehler häufig erst, wenn man sich von Aussen betrachtet. Das ist ganz wichtig und kann dich sehr weit bringen. Schau dir an, wie viel besser du geworden bist.

  1. Du bist nicht anders

Wenn du Anfänger in deinem Gym siehst, denkst du dir dann: "Ha, dieser Loser, kann noch nicht mal einen Hook schlagen." - Natürlich denkst du das nicht. Also hör auf, dich selber ständig zu kritisieren und konzentriere dich darauf, dich zu verbessern. Du bist nicht anders als die anderen. Auch du lernst nur durch viel Übung und dadurch, dass dir Fehler passieren. Das ist ok. Schau nach vorn.

Fazit: Chill out

Nimm's easy. Etwas zu perfektionieren dauert Jahre, das ist ein Fakt. Du wirst also unweigerlich viel Zeit in diesem Sport verbringen, also kannst du genau so gut den jetzigen Moment geniessen.

Vielleicht bist du auch sehr streng mit dir und es wird fast zur Obsession, dann rate ich dir, dich auch mal für ein, zwei Wochen auszuklinken. Um deinen Kopf wieder etwas frei zu kriegen und deinen Körper zu schonen. Das klingt zwar etwas unlogisch aber glaube mir, es kann dir helfen.

Was auch immer deine Story und deine eigene Beziehung zu Kampfsport für dich ist - finde die Freude, sei nicht zu streng mit dir, trainiere regelmässig, bleibe dran.

Du machst das schon.

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