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"Krankhafter Egowahn hiesiger Frauen" - Genug Internet für heute (Antifeminusmus)


Mann schaut ungläubig auf sein Smartphone mit Text "The fuck did I just read?"
Bild von unsplash.com

Lass uns ein Spiel spielen.

Ich nenne dir ein paar Stichworte. Du erzählst mir, was deine Gedanken dazu sind.

Bist du ready? Hier sind sie:

  • Das zwei Geschlechter- und das Rollensystem ist gut

  • Männern und Frauen wurden andere Aufgaben zugewiesen

  • Der Egowahn hiesiger Frauen

Diese Ideen entstammen einem Internetkommentar von LinkedIn. Ich werde ihn dir später hier zeigen. Aber lass uns von vorne anfangen.

Ah, das Internet

Von allen Social Media Plattformen kann man wohl mit gutem Gewissen behaupten, dass LinkedIn negative Comments am besten im Griff hat. LinkedIn ist meine persönliche Lieblingsplattform - ja, das hätte ich auch nie für möglich gehalten - weil man sich in der Regel sehr gut und offen mit anderen Menschen austauschen kann.

Als teilweise Selbständige lerne ich hier andere angestellte und auch selbständig Tätige Menschen kennen und werde täglich von einer coolen Community inspiriert und unterstützt. Aber genug mit der LinkedIn Werbung #notsponsered.

Man kann aber sagen, dass mich diese Plattform sehr verwöhnt hat. So sehr, dass, als ich mal ein Reel auf Insta gepostet habe, ich beinahe zum Keyboard Warrior mutiert bin. Ich konnte nicht glauben, wie Internet Trolls meine Selbstverteidigungsgruppe (Eine Gruppe voller Anfänger*innen) komplett in den Comments durch den Schmutz gezogen haben.

R.I.P. meine Selbstkontrolle.

Jedenfalls ja, das Internet ist ein magischer Ort. Aber pass auf, wo du hintrittst. Die Graben können tief sein. Social Media kannst du konsumieren oder es konsumiert dich. Sei immer vorsichtig.

Der Comment

Ich bin also auf meiner täglichen Suche nach Inspiration durch LinkedIn gescrollt und wurde auf einen Beitrag aufmerksam. Ich habe ihn etwas gekürzt denn ich denke, der Inhalt ist für die Diskussion nicht unbedingt relevant.

"Warum ich kein Fan vom Weltfrauentag bin

Seit vielen Jahren gehen Menschen am Weltfrauentag weltweit auf die Straße und kämpfen für Frauenrechte und Gleichberechtigung.

Hat das was geändert?

Nein!

…..

Noch immer:

- haben 9 von 10 Menschen Vorurteile gegenüber Frauen!

- wird jeden dritten Tag eine Frau in Deutschland getötet, weil sie eine Frau ist!

- werden Frauen als schwächeres Geschlecht gesehen!

- hören junge Frauen von Männern, auf der Arbeit oder in der Disco, dass sie aufgrund ihrer Kleidung nicht anders konnten, als sie anzutatschen!

Der Fokus auf das Kernproblem fehlt gänzlich:

Am Weltfrauentag wird sich auf einzelne Frauen und Männer fokussiert, anstatt auf ein dysfunktionelles System, das die Hierarchien und die Identitäten aufrechterhält!

….

Also: Ich will keine Glückwünsche an diesem Tag hören!

Ich wünsch mir ne To-do-Liste von euch, die das beinhaltet, was ihr ab heute anders machen werdet, um aktiv gegen das Patriarchat anzugehen."

Das war der Post zum Weltfrauentag. Jetzt möchte ich dir gerne einen Kommentar zeigen, der darunter verfasst wurde. Ich nenne die Person hier nicht. Wenn du nachschaust, wer es ist, bitte lasse diese Person in Ruhe und lass ihr keine negativen Kommentare da.

Deine Mama hat dich besser erzogen als das.

Der Kommentar war:

negativer, antifeministischer Kommentar im Original
negativer Kommentar von LinkedIn


Und, was macht das mit dir?

Sags mir gerne über meine Social Media Kanäle, ich bin gespannt.

Meine 2 Cents

Lass uns das ganze mal ganz neutral betrachten. Dieser Kommentar stammt von einer Frau. Sie scheint sich im "klassischen" Rollensystem der Frauen wohl zu fühlen. Sie sieht es als naturgegeben an und nimmt den Mann als stärkeres Geschlecht an. OK.

Hier könnten wir sagen, in Ordnung. Deine Meinung zählt natürlich. Wenn das für dich stimmt, go for it. Wenn du die klassische Frauenrolle leben willst ist das doch in Ordnung. Für mich wäre es nichts, wenn wir davon ausgehen, dass das heisst eine Frau bleibt zu Hause, macht den Haushalt etc. und der Mann arbeitet. Aber das Schöne ist ja: Jede so, wie sie will.

Doch leider liegt hier das Problem. Denn diese Dame scheint es nicht in Ordnung zu finden, dass andere Menschen "denken, dass sie klüger und stärker als die Natur sind, und sich darüber wegsetzen" und "ihre Aufgabe mit Füssen treten".

Wenn wir von "Leben und leben lassen" ausgehen, ist doch alles gut. Aber dieser Kommentar ist alles andere als das, er verurteilt alle, die anders denken und sprichst vom "Egowahn hiesiger Frauen". Als sehr negativ gegen Frauen und sehr antifeministisch.

Die Problematik

Es ist doch genau diese Denkweise, sie uns Frauen zum Verhängnis geworden ist. Und es ist genau diese Denkweise, die versucht, uns klein zu halten. Wir haben unsere naturgegebene Rolle zu akzeptieren und jede, die etwas anderes tut, geht gegen die Natur.

Du willst Karriere machen?

Du willst keine Kinder?

Du willst arbeiten trotz Kinder?

Wie kann man sagen, dass man die Unterdrückung von Frauen "in manchen muslimischen Ländern verurteilt" und nicht sehen, dass man selbst genau zur gleichen Unterdrückung beiträgt, indem man andere Frauen nicht leben lässt, wie sie leben wollen?

Das geht mir persönlich nicht in den Kopf.

Leider gibt es auch heute, im Jahr 2023 noch Menschen, die so denken und anderen ihre Denkweise und ihre Art zu leben aufdrücken wollen. Das ist ein grosses Problem. Schauen wir nur die USA an: Abtreibungsgesetze wurden massiv verschärft. Manchmal muss nur ein extremer Politiker laut genug sein, und ehe du dich versiehst, wird das Kapitol gestürmt.

Manchmal reichen gewisse Vorkommnisse, und plötzlich kommen Menschen mit extremen Idealen zum Vorschein. Als hätten sie immer unter uns geschlummert, denn das haben sie. Auch ein Blick in Deutschlands Politik zeigt uns, dass Menschen mit extrem rechten Ansichten hier noch herumstolzieren, als hätten sie in der Schule bei gewissen weltpolitischen Themen einen Fensterplatz gehabt.

Und das kommt von einer, die zu 90% aus dem Fenster geschaut hat während der Schule. Dennoch habe ich gelernt: Extremismus = pfui. Hier gibt es nur Verlierer.

Die Lösung

Aber ich will hier nicht schwarz malen. Denn es ist auch kein Geheimnis, dass wir unglaublich viele Fortschritte gemacht haben was Menschenrechte angeht. Nie waren wir Frauen in der westlichen Welt so frei wie heute (Abtreibungsgesetze mal ausgenommen), die LGBTQ+ Community wird langsam gehört und akzeptiert und ein Kommentar wie dieser hier weiter oben, wird nicht gut angenommen im Internet.

Wir sind auf einem guten Weg und es liegt an uns, dabei zu bleiben. Nach vorne zu schauen, aufmerksam zu sein, wen wir wählen und den Mund aufzumachen, wenn unsere Rechte bedroht werden. Für uns selbst und andere.

Da sind wir wieder beim Thema Grenzen setzen und kommunizieren, für uns selbst und andere einzustehen und selbstbewusst die Welt mitzugestalten. Denn ich garantiere dir eines: Wenn du mit dir selbst im Reinen bist, lässt du auch andere so leben, wie sie es wollen.

Ab und zu einen Boxsack zu malträtieren gehört für mich ebenso dazu, meiner Selbstbestimmung und meiner Stärke Ausdruck zu verleihen und somit weisst du jetzt auch, was dieses Thema mit Kampfsport zu tun hat ;)

Setze dich ein für eine bessere Welt. Nur gegenseitiges Verständnis und Kommunikation bringt uns weiter.

Wie siehst du das? Was würdest du dieser Person gerne sagen?

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